Translators
by FRANZ KAFKA
translated by KORI WARING

The Adirondack Review
SPRING 2017



I see now that is absurd to think my search for a translator will end in anything but failure. To begin with, I am no longer certain there is anyone who speaks my language, and even if such a person does exist, I will not find them in these corridors. The corridors are narrow and vaulted, twisting off in all directions, so numerous that I suspect them of multiplying around me. Their floors are densely packed dirt, their walls stone, and they are filled with an incessant, droning roar that seems to come from all directions, or perhaps, as I sometimes think, from me myself. 

All the people I meet here have the same cold, hard face; they look like fat old women, their ponderously wobbling bellies barely contained inside ragged blue blouses. I do not know what their purpose is, but they wander the corridors like me, their eyes unfocused, grey lips forming words that fill me with horror, though I cannot hear them over the constant roar. There are hundreds of them (or perhaps I only meet the same one over and over), and they float past me like rain clouds, engrossed in mysterious pursuits. If I were not on the hunt, and if they did not so disturb me, the monotony might lull me to sleep. 

I feel my lack of a translator keenly; yearn for not one, but a vast swarm of them, squeezed tightly together, a living wall. Only such a wall could present a meaningful obstacle to confusion, which is as boundless as translators are bounded, as limitless as they are limited, as infinite as they are finite. A single translator is at best a shield, yet without them we are confusion’s playthings. The ideal translator, who I set out years ago to seek, would know, I am certain, the purpose of the fat old women, would explain it to me in words I could understand. This translator would explain many things, gently, without judgment; would teach me to pronounce the words my tongue could never manage, describe all that has evaded my description, whisper kindly in my ear the essence of all things. As it is, I understand only this: I will never find my translator. I will encounter only the roaring, the fat old women, and my own confusion in these corridors.

My life before has grown dim and distant in my mind, so that now I cannot even remember why my search for a translator brought me here, or indeed what this place is. I do not know what made me rush blindly inside, not even pausing to read the inscription on the door, losing myself so completely that everything else has become nothing more than a dream I had years ago and forgot. Even if the door back to the world should loom up in front of me at my next turn, I would not walk through it. It is too late for that. I have been here too long. I would rather die in these corridors with no one but the fat old ladies for company than admit my mistake. The time allotted to each of us is so short that in losing a second we lose a lifetime.

The memory is so frail it may be nothing but a figment, but I think in my youth a wise-seeming person gave me this advice: when you set out on a path you must let nothing turn you back around, must keep walking at all costs, must climb until you fall or your legs fail. I say this: do not listen to wise-seeming people. Make your own metaphors. Look carefully at the doors in front of you, and at the corridors they lead into. When you go far enough, turning around no longer brings you back to where you began. 






Fürsprecher

Es war sehr unsicher, ob ich Fürsprecher hatte, ich konnte nichts Genaues darüber erfahren, alle Gesichter waren abweisend, die meisten Leute, die mir entgegenkamen, und die ich wieder und wieder auf den Gängen traf, sahen wie alte dicke Frauen aus, sie hatten große, den ganzen Körper bedeckende, dunkelblau und weiß gestreifte Schürzen, strichen sich den Bauch und drehten sich schwerfällig hin und her. Ich konnte nicht einmal erfahren, ob wir in einem Gerichtsgebäude waren. Manches sprach dafür, vieles dagegen. Über alle Einzelheiten hinweg erinnerte mich am meisten an ein Gericht ein Dröhnen, das unaufhörlich aus der Ferne zu hören war, man konnte nicht sagen, aus welcher Richtung es kam, es erfüllte so sehr alle Räume, daß man annehmen konnte, es komme von überall oder, was noch richtiger schien, gerade der Ort, wo man zufällig stand, sei der eigentliche Ort dieses Dröhnens, aber gewiß war das eine Täuschung, denn es kam aus der Ferne. Diese Gänge, schmal, einfach überwölbt, in langsamen Wendungen geführt, mit sparsam geschmückten hohen Türen, schienen sogar für tiefe Stille geschaffen, es waren die Gänge eines Museums oder einer Bibliothek. Wenn es aber kein Gericht war, warum forschte ich dann hier nach einem Fürsprecher? Weil ich überall einen Fürsprecher suchte, überall ist er nötig, ja man braucht ihn weniger bei Gericht als anderswo, denn das Gericht spricht sein Urteil nach dem Gesetz, sollte man annehmen. Sollte man annehmen, daß es hiebei ungerecht oder leichtfertig vorgehe, wäre ja kein Leben möglich, man muß zum Gericht das Zutrauen haben, daß es der Majestät des Gesetzes freien Raum gibt, denn das ist seine einzige Aufgabe, im Gesetz selbst aber ist alles Anklage, Fürspruch und Urteil, das selbständige Sicheinmischen eines Menschen hier wäre Frevel. Anders aber verhält es sich mit dem Tatbestand eines Urteils, dieser gründet sich auf Erhebungen hier und dort, bei Verwandten und Fremden, bei Freunden und Feinden, in der Familie und in der Öffentlichkeit, in Stadt und Dorf, kurz überall. Hier ist es dringend nötig, Fürsprecher zu haben, Fürsprecher in Mengen, die besten Fürsprecher, einen eng neben dem andern, eine lebende Mauer, denn die Fürsprecher sind ihrer Natur nach schwer beweglich, die Ankläger aber, diese schlauen Füchse, diese flinken Wiesel, diese unsichtbaren Mäuschen, schlüpfen durch die kleinsten Lücken, huschen zwischen den Beinen der Fürsprecher durch. Also Achtung! Deshalb bin ich ja hier, ich sammle Fürsprecher. Aber ich habe noch keinen gefunden, nur die alten Frauen kommen und gehn, immer wieder; wäre ich nicht auf der Suche, es würde mich einschläfern. Ich bin nicht am richtigen Ort, leider kann ich mich dem Eindruck nicht verschließen, daß ich nicht am richtigen Ort bin. Ich müßte an einem Ort sein, wo vielerlei Menschen zusammenkommen, aus verschiedenen Gegenden, aus allen Ständen, aus allen Berufen, verschiedenen Alters, ich müßte die Möglichkeit haben, die Tauglichen, die Freundlichen, die, welche einen Blick für mich haben, vorsichtig auszuwählen aus einer Menge. Am besten wäre dazu vielleicht ein großer Jahrmarkt geeignet. Statt dessen treibe ich mich auf diesen Gängen umher, wo nur diese alten Frauen zu sehn sind, und auch von ihnen nicht viele, und immerfort die gleichen und selbst diese wenigen, trotz ihrer Langsamkeit, lassen sich von mir nicht stellen, entgleiten mir, schweben wie Regenwolken, sind von unbekannten Beschäftigungen ganz in Anspruch genommen. Warum eile ich denn blindlings in ein Haus, lese nicht die Aufschrift über dem Tor, bin gleich auf den Gängen, setze mich hier mit solcher Verbohrtheit fest, daß ich mich gar nicht erinnern kann, jemals vor dem Haus gewesen, jemals die Treppen hinaufgelaufen zu sein. Zurück aber darf ich nicht, diese Zeitversäumnis, dieses Eingestehn eines Irrwegs wäre mir unerträglich. Wie? In diesem kurzen, eiligen, von einem ungeduldigen Dröhnen begleiteten Leben eine Treppe hinunterlaufen? Das ist unmöglich. Die dir zugemessene Zeit ist so kurz, daß du, wenn du eine Sekunde verlierst, schon dein ganzes Leben verloren hast, denn es ist nicht länger, es ist immer nur so lang, wie die Zeit, die du verlierst. Hast du also einen Weg begonnen, setze ihn fort, unter allen Umständen, du kannst nur gewinnen, du läufst keine Gefahr, vielleicht wirst du am Ende abstürzen, hättest du aber schon nach den ersten Schritten dich zurückgewendet und wärest die Treppe hinuntergelaufen, wärst du gleich am Anfang abgestürzt und nicht vielleicht, sondern ganz gewiß. Findest du also nichts hier auf den Gängen, öffne die Türen, findest du nichts hinter diesen Türen, gibt es neue Stockwerke, findest du oben nichts, es ist keine Not, schwinge dich neue Treppen hinauf. Solange du nicht zu steigen aufhörst, hören die Stufen nicht auf, unter deinen steigenden Füßen wachsen sie aufwärts.











Translator’s note: This story is part translation, part mistranslation, part re-appropriation, and part collaboration, for want of a pithier description. I’d like to briefly describe how it came to be, to avoid stepping on Kafka’s transcendental toes.

I started with the original German text, which I had never read in English. Armed with my fair-to-middling German and a couple dictionaries, I made an extremely rough translation. I then pasted the original story into two different online translators, and printed the resulting (even rougher) translations. I compared these three texts line by line, mixing and matching my favorite phrases, but still forcing myself to move quickly, looking for glimmers and gleams but not paying much attention to crafting perfect sentences. Eventually I ended up with a single document, a hybrid of three related but very different texts. After scads of revision, that document eventually became this story. I tried to preserve something of Kafka's rhythmic, breathless, comma-ridden tone, but my story is a different beast (same genus, different species) than Kafka’s “Fürsprecher” (which means “Advocates,” not “Translators,” as my story is titled). My goal was to use the gaps between Franz Kafka and me—in time, in space, in language—as a vehicle for collaboration.






FRANZ KAFKA (1883-1924) was a German-language novelist and short story writer, widely regarded as one of the major figures of 20th-century literature.

KORI WARING is a writer and visual artist currently living in Atlanta and working as a teacher at a play- and nature-based preschool. She studied visual arts and creative writing at The School of the Art Institute of Chicago and earned a BFA in Creative Writing at Goddard College.